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Marxhof - von gestern bis heute

Die erste urkundlicher Erwähnung des Winkelhofes, so sein damaliger Name, datiert aus dem Jahre 1250.

Der Name “Marx” kommt nicht etwa von dem sozialistischen Philosophen Karl Marx, sondern es war der Vorname des Bauern Markus Lindtmair, welcher den Hof um 1585 bewirtschaftete.

Anfang des 20. Jahrhunderts waren die Eheleute Burgmaier Eigentümer des Marxhofs (Haus Nr. 53). Ihnen gehörte auch das benachbarte Kammerloher-Anwesen (Haus Nr. 50). 1917 wurden die landwirtschaftlich genutzten Grundstücke des Kammerloher dem Marxhof zugeschlagen. In diesen Jahren wurden auch viele Grundstücke in Unterhaching für die beginnenende Besiedlung verkauft - unter anderem eine 30ha große Fläche, die heutige Kriegersiedlung.

Der Orden der Barmherzigen Schwestern betreute zu dieser Zeit mit über 1000 Schwestern einen Großteil der Münchner Krankenhäuser. Nach dem 1. Weltkrieg wurde es zunehmend schwieriger, die Nahrungsmittel für die Kliniken zu besorgen. Ein bis dahin in Perlach gepachteter Hof mußte zurückgegeben werden und so entschloß sich die Ordensleitung 1924 den zum Verkauf stehenden Marxhof zu erwerben.

Neben dem Hauptaspekt der Nahrungsmittelproduktion diente der Hof seither auch als Urlaubs- und Erholungsheim für die Ordensschwestern. Aus diesem Grund wurde auch bereits 1926 entlang des Hachinger Bachs ein Park angelegt, welcher im Großteil heute noch besteht.

Am 13. Juni 1944 wurde der Stadl des Marxhofs Ziel eines Bombenangriffs, 15 Schwestern starben, viele wurden verletzt. Große Teile der Hofanlage wurden damals zerstört.

- - Der Marxhof nach dem Bombentreffer 1944 - -

In den Nachkriegsjahren wurde der Hof recht schnell wieder aufgebaut, der alte Schweinestall abgerissen und etwas nach Westen versetzt ein neues Gebäude mit Zuchtstall, Futterküche, Getreideboden und mehreren Zimmern neu erbaut. Dieses wurde 1960 um einen Anbau mit weiteren Zimmern nach Süden hin verlängert (heute Biberger Str. 10a - Haus 3).

- - Luftbild ca. 1962 - -

Bis 1964 stand diese Hofanlage mit Bauernhaus, Stallungen für Schweine und Rinder sowie einem eigenen Schlachthaus.

Wegen der zunehmenden Überalterung der Ordensgemeinschaft entschied sich der Ordensrat 1964 zum Bau eines Altenheims für die eigenen Schwestern. Dieses sollte auf dem Grund des Marxhofs in Unterhaching erbaut werden, auf durch den Bombentod der Schwestern geheiligtem Boden.

Der Großteil der Hofanlage wurde dafür abgerissen, bestehen blieb nur der große Stadl sowie der ehemalige Saustall. Ab diesem Zeitpunkt wurde der Betrieb viehlos weitergeführt.

Der noch bestehende Stadl beherbergt heute einen Großteil der landwirtschaftlichen Maschinen, den Kartoffellkeller sowie Heu und Stroh für die Klosterhasen.  Der ehemalige Saustall wurde 1970 abgerissen, bestehen blieb von diesem Gebäude nur der Wohnbereich sowie die Futterküche (heute Werkstatt). 1985 wurden an die Stelle des ehemaligen Saustalls 4 große Schleppergaragen an das Haus 10a angebaut, so daß dieses Gebäude von seiner Kubatur wieder annähernd die Form von seiner Erbauung 1950 erhielt.

Der Marxhof heute:

Seit seinem Erwerb 1924 wurde der Betrieb durch vom Orden angestellte Baumeister bzw. Verwalter geführt. So zeichneten von 1926 - 1945 Josef Elsner, 1945 - 1978 Franz Pöll, 1978/79 Rudi Meitinger und von 1979 - 2002 Franz Englmann verantwortlich für die Organisation und Durchführung der notwendigen Arbeiten. Über viele Jahre wurde auch eine enge Zusammenarbeit mit den weiteren Betrieben des Ordens praktiziert, so mit dem Martinshof in Oberlaindern, dem Allerer in Krottenthal und auch dem Primushof in Adelholzen. Auch wurden von Unterhaching aus über einige Jahre die restlichen Flächen des ehemaligen Klosterguts in Berg am Laim bewirtschaftet. Mit der Aufgabe der Tierhaltung, der Umstellung auf die eigene Getreidelagerung und auch der stark zunehmenden Bebauung in Unterhaching mußte regelmäßig auf die neuen Anforderungen an den Betrieb reagiert werden.

Heute bewirtschaftet der Marxhof ca. 130 ha Ackerfläche, für die Betriebsleitung ist Jan Niggemann als Verwalter zuständig. Durch den Wegfall vieler Flächen in Unterhaching werden heute Felder bis nach Sauerlach bzw. sogar in Planegg bewirtschaftet.

Der Marxhof ist flächenmäßig der größte der 4 noch wirtschaftenden Unterhachinger Bauernhöfe. Bis auf den Mähdrusch ist der Betrieb vollständig eigenmechanisiert.

Durch die enge betriebliche Kooperation mit dem Weise-Hof in Unterhaching auf organisatorischer und technischer Ebene wurde Ende 2002 eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft des Betriebes vorgenommen. Mit ca. 185 ha Ackerfläche gehört die Betriebsgemeinschaft Marxhof/ Weise damit zu den größeren Betrieben im Umfeld.

Im Jahr 2004 wurde mit dem Neubau unserer Lagerhalle ein wichtiges Kapitel in der Betriebsentwicklung geschrieben. Zunehmend kritische Tätigkeiten in der bisherigen Umgebung des Alten- und Pflegheims wurden hier konzentriert und umgeben von ca. 50ha Feldgrund wurde ein zentraler Stützpunkt für die Bewirtschaftung geschaffen. Die Halle beinhaltet unsere Siloanlage mit 500 Tonnen Kapazität, Düngerlager, den Waschplatz mit Ölabscheider, unsere Hoftankstelle sowie einen Werkstattraum mit Sanitärbereich.

Im Jahr 2005 erfolgte die Anerkennung als Ausbildungsbetrieb für den Beruf des Landwirts.

Im Jahr 2007 erfolgte die Zertifizierung des Kartoffelbaus nach dem QS-GAP Prüfsiegel.

Im Jahr 2008 wurde das Betriebsgebäude Biberger Str. 10a neu erbaut.

Im Jahr 2010 erfolgte die organisatorische Eingliederung der Landwirtschaft am Waldsanatorium/ Krailling zum Marxhof. Im selben Jahr Errichtung einer Photovoltaikanlage zur regenerativen Stromerzeugung auf unserem Hallendach.

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