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Waldsanatorium bei Planegg

Im Südosten Münchens, auf dem Gebiet der Gemeinde Krailling befindet sich das Waldsanatorium bei Planegg. Im Jahre 1892 stellte der Geheimrat von Ziemssen den Antrag auf Errichtung einer “Volksheilstätte für Lungenkranke”. Die Tuberkulose war zu jener Zeit eine weit verbreitete Krankheit und bedeutete für die erkrankten Menschen zumeist den sicheren Tod. Bereits vier Jahre später konnte der Grundstein gelegt werden für ein durchaus umfangreiches Bauprojekt: Neben dem eigentlichen Sanatoriumsbau samt Nebengebäuden entstand ein weitläufiger Park sowie eine Ärztevilla. Um die Kranken mit frischen Lebensmitteln versorgen zu können, wurde ein eigener landwirtschaftlicher Betrieb mit entsprechenden Gebäuden erstellt. Angrenzende Waldflächen wurden gerodet und für die landwirtschaftliche Nutzung vorbereitet. Ein Obst- und Gemüsegarten sowie eine eigene Bäckerei rundeten die Gesamtanlage ab.

Im Jahre 1898 ging die Anlage in Betrieb, sie befand sich zu dieser Zeit im Besitz des gemeinnützigen “Vereins für Volksheilstätten in Oberbayern”. Im April 1921 erwarb die Kongregation der Barmherzigen Schwestern, Mutterhaus München, die Anlage. Die Schwestern führten die Heilstätte als “Waldsanatorium Planegg für Lungenkranke” weiter. Im zweiten Weltgkrieg zerstörten Bomben Teile der Anlage, die jedoch umgehend wieder aufgebaut wurden. Am 30. September 1984 stellte der Orden den Sanatoriumsbetrieb ein, die Tuberkulose war in Deutschland durch verbesserte Arbeitsbedingungen weitgehend bekämpft.

Nach umfangreichen Umbau- und Sanierungsmaßnahmen konnte 2003 das “Alten- und Pflegeheim Waldsanatorium Planegg” eröffnet werden. Es dient seither neben den Ordensschwestern auch weltlichen Personen als Altersruhesitz. Das Haus verfügt über ca. 100 Plätze und ist eines der modernsten im weiten Umkreis.

Seit einiger Zeit befindet sich auch ein Kindergarten auf dem Gelände, welcher durch die Küche am Waldsanatorium mitversorgt wird. Auf der Fläche der ehemaligen Klostergärtnerei ging Ende 2013 ein zentrales Biomasse-Heizwerk in Betrieb, welches neben den ordenseigenen Gebäuden auf dem Gelände auch den Bauhof sowie den 2013 neu errichteten Bau der Freiwilligen Feuerwehr Krailling mit Wärme versorgt. Konzept des Heizwerks ist die Kombination aus Biogas-BHKW und Hackschnitzel-Kessel, welcher zumindest zum Teil mit Holz aus den eigenen Wäldern versorgt wird.

Die eigene Landwirtschaft wurde 1991 aufgegeben, die Hofstelle nutzt seitdem die Gemeinde Krailling als Bauhof. Zusätzlich ist etwa die Hälfte der landwirtschaftlichen Fläche an die Gemeinde Krailling als Naherholungsgebiet verpachtet.

Die andere Hälfte sowie die ca. 40ha Forstflächen werden seit 2002 durch den Marxhof in Unterhaching bewirtschaftet bzw. betreut. Nach einigen Jahren, in welchen die Felder entsprechend der EU-Agrarpolitik als Flächenstillegung der gesamten Landwirtschaft der Kongregation dienten, werden sie seit 2007 wieder als normale Ackerfläche mit wechselnder Fruchtfolge bewirtschaftet. 

Wir freuen uns sehr, dass die Landwirtschaft der Kongregation wieder einen festen Platz im Waldsanatorium gefunden hat und sind auch stolz, Teil dieses doch sehr geschichtsträchtigen und ehrwürdigen Anwesens zu sein.

Dankbar sind wir auch den Schwestern und den Kollegen von der Haustechnik vor Ort, die unsere Arbeit sehr unterstützen.

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